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An dieser Seite wird noch gearbeitet, eine ausführlichere Abhandlung über
funktionelle Magnetresonanztomographie finden Sie in meiner
Dissertation.
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funktionelle
Magnetresonanztomographie |
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Gehirnaktivierung: |
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Werden im Rahmen bestimmter Verarbeitungsprozesse im Gehirn Nervenzellen
aktiv, so kommt es zu einer Erhöhung des regionalen cerebralen Blutflusses (rCBF),
was mit einem vermehrten Antransport von Sauerstoff in die aktive Hirnregion
verbunden ist. Da dabei aber das O2-Angebot denO2-Bedarf übersteigt, erhöht
sich im venösen Schenkel des Kapillarbettes die lokale O2-Konzentration, was
auch die lokalen magnetischen Verhältnisse beeinflußt. O2-beladenes Oxy-Hb
(HbO2) ist diamagnetisch und beeinflußt somit die Feldlinien des
makroskopischen Magnetfeldes B0 im Inneren des MR-Scanners nicht, Desoxy-Hb
(Hb) bewirkt lokal kleine Magnetfeldinhomogenitäten, da es paramagnetisch
ist. Wenn sich der HbO2-Anteil im Blut erhöht und der Hb-Anteil abnimmt, so
verlängert sich auch die von den lokalen magnetischen Verhältnissen
abhängige T2*-Zeit, die Protonenspins dephasieren langsamer, und es kommt in
speziell T2*-gewichteten Sequenzen zu einem Signalanstieg. Dieser Effekt
wird auch als BOLD (blood oxygenation level dependant)-Effekt bezeichnet. Es
kommt in der aktiven Hirnregion aber noch zu dem sogenannten “Inflow-Effekt”,
der dadurch zustande kommt, daß für den vermehrten O2-Antransport die
präkapillären Sphinkteren dilatieren, der Blutfluß in das Kapillarbett
ansteigt und somit vermehrt nicht gesättigte Spins aus benachbarten
Schichten einströmen, was wiederum zu einem erhöhten Signal aus der aktiven
Hirnregion führt. |
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Aktivierungsparadigma: |
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Um eine bestimmte Gehirnregion selektiv zu aktivieren, muß ein geeignetes
Aktivierungsparadigma gewählt werden. Durch Tippen mit den Fingern können
z.B. die motorische Hirnrinde, durch Lichtblitze die Sehrinde, durch
Sinustöne die Hörrinde oder durch Sprachaufgaben die Gehirnregionen für
höhere kognitive Leistungen aktiviert werden. Bei der MR-Untersuchung wird
zuerst eine Schicht durch die Region gelegt, die aktiviert werden soll. Von
dieser Schicht wird dann eine größere Anzahl von Bildern im Abstand von
wenigen Sekunden aufgenommen. Während der Messung wechseln sich Phasen der
Ruhe und Phasen der Aktivierung in einer genau definierten Abfolge ab.
Werden z.B. insgesamt 60 Bilder gemessen, so könnte man mit 10 Ruhebildern
beginnen und anschließend während weiteren 10 Bildern die interessierende
Hirnregion aktivieren und diesen Ablauf dreimal wiederholen. |
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Meßprotokoll: |
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FMRI-Messungen können an einem 1.5 Tesla Routine-MR-Scanner durchgeführt
werden, der mit speziellen Gradientenspulen für die schnelle Bildgebung
(z.B. Gradientenanstiegszeit 600 µsec, Gradientenstärke 25 mT/ms) und einer
zirkular polarisierten Kopf- oder Oberflächenspule für den Kopfbereich
sowie einer speziellen Vorrichtung zur Fixierung des Patientenkopfes
ausgerüstet sein muß, da auch schon minimale Kopfbewegungen das Meßergebnis
empfindlich stören, weil dadurch Aktivierungen vorgetäuscht werden. Zur
Anwendung kommen vor allem speziell T2*-gewichtete FLASH2D- (fast low angle
shot 2 dimensional, TR/TE/a = 100ms/ 46ms/12°, Matrix = 256x256,
Voxeldimension = 1.47x1x3 mm3 ) und single shot EPI- (echo planar imaging,
TR/TE/a = 1.64ms/ 64ms/90°, Matrix = 64x128, Voxeldimension = 2.94x1.95x3 mm3
) Gradientenechosequenzen, die in 2 Sekunden bis zu 15 Schichten
gleichzeitig aufnehmen können. |
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Datenauswertung: |
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Da es während der Aktivierungsphasen in den aktiven Gehirnregionen zu einem
Signalanstieg des MR-Signals kommt, lassen sich mit geeigneten statistischen
Methoden Signaldifferenzen zwischen den Ruhe- und den Aktivierungsbildern
bestimmen, die zu einem Aktivierungsbild verarbeitet werden können. Bei
einer Feldstärke von 1.5 Tesla bewegen sich diese Signaldifferenzen in der
Größenordnung von 3-5%. Um diese feinen Signalunterschiede darzustellen,
eignen sich statistische Auswerteverfahren, die entweder auf einer
Differenzbildung zwischen den Ruhe- und Aktivierungsbildern beruhen
(Z-Score, Student t-test), oder den Intensitäts-Zeit-Verlauf in den Pixeln
der Bildmatrix mit einer geeigneten Referenzfunktion (z.B. Rechteckfunktion,
Sinusfunktion, die einen idealisierten Intensitäts-Zeitverlauf in einem
Pixel der aktiven Gehirnregion darstellen sollen) korrelieren
(Kreuzkorrelation). Aber auch wesentlich kompliziertere mathematische
Verfahren wie Fast-Fourier-Transformation, Faktorenanalyse oder neuronale
Netze kommen zur Anwendung. |
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Da durch unwillkürliche auch schon minimalste Kopfbewegungen im Bereich von
Bruchteilen von Millimetern Aktivierungen vorgetäuscht werden können, sollte
vor der Datenauswertung noch eine Bewegungskorrektur derjenigen Bilder
durchgeführt werden, die sich gegenüber einem Referenzbild(z.B. erstes Bild
der Meßserie) aus ihrer ursprünglichen Position bewegt haben. Durch
Rücktranslation und Rückrotation werden alle Bilder der Meßserie mit dem
Referenzbild wieder zur Deckung gebracht. Um die aktiven Hirnareale auch
anatomisch zuordnen zu können, wird dem funktionellen MR-Bild ein
anatomisches Bild unterlegt. Dem Gehirn kann aber auch ein spezielles
Koordinatensystem zugrundegelgt werden, welches die anatomische Auswertung
dann erheblich erleichtert. Für funktionelle Gehirnuntersuchungen eignet
sich dazu vor allem das Koordinatensystem von Talairach, das auf einer
transversalen Grundebene durch die vordere und hintere Kommissur, einer
coronaren Grundebene vertikal dazu durch die vordere Kommissur und einer
sagittalen Grundebene durch den Interhemisphärenspalt beruht. Damit lassen
sich dann die aktiven Hirnareale mit einer Genauigkeit im Millimeterbereich
lokalisieren. |
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klinische Anwendungen: |
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Bis jetzt wird zur Klärung dieser Frage der Wada-Test durchgeführt, bei dem
über einen Femoraliskatheter ein Barbiturat zur Narkotisierung einer
Gehirnhälfte in die A. carotis interna injiziert wird. Schwerwiegende
Ausfälle von Spach- und Gedächtnisleistungen sowie contralaterale Hemiparese
weisen auf die dominante Hemisphäre hin, an der ein epilepsiechirurgischer
Eingriff tiefgreifende Störungen der Sprach- und Gedächtnisfunktion zur
Folge hätte. Möglicherweise stellt in Zukunft die funktionelle
Magnetresonanztomographie eine echte Alternative zum invasiven Wada-Test
dar. |
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Gute Ergebnisse werden auch bei der Diagnose verschiedener
extrapyramidal-motorischer Erkrankungen erzielt, wo Hyper- bzw.
Hypoaktivität im Bereich von Thalamus, Basalganglien und Kleinhirn auf die
Art der Erkrankung hinweisen können. Neuerdings werden auch Verlaufsstudien
bei Schlaganfallpatienten gemacht, die zeigen, daß durch corticale
ischämische Läsionen verlorengegangene Hirnfunktionen nach und nach von
anderen Cortexregionen übernommen werden. Auch in der Psychiatrie ergeben
sich Anwendungen, da Schizophrenie-Patienten und Patienten mit endogener
Depression ganz spezielle corticale Aktivierungsmuster zeigen.
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Grundlagenforschung: |
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Die funktionelle Magnetresonanztomographie gewinnt immer mehr Bedeutung in
der physiologischen Grundlagenforschung, wie etwa die Erforschung des
Einflusses verschiedener Atemparameter wie CO2- und O2-Konzentration auf die
cerebrale Mikrozirkulation, was für die Hirnödemtherapie von großer
Bedeutung ist. Im Bereich der Neurorehabilitation konnte gezeigt werden,
daß bei Patienten nach Schlaganfall oder Hirntumoroperation mit
neurologischen Ausfällen im Bereich der oberen Extremität bei
therapeutischen Ansätzen mit peripherer elektrischer Stimulation, die zu
verbesserten motorischen Leistungen führten, tatsächlich vermehrt corticale
Aktivierung im Bereich der motorischen Hirnrinde auftritt. |
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Zusammenfassung: |
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Die funktionelle Magnetresonanztomographie ist eine neue Methode zur
Darstellung von Gehirnaktivität. In dem aktiven Gehirnareal führen der BOLD-
und der Inflow-Effekt zu einem Signalanstieg im MR-Bild von 3-5%, was
ausgenützt werden kann, um funktionelle Bilder des Gehirns zu erzeugen. Die
2 wichtigsten zur Anwendung kommenden Sequenzen sind die beiden
Gradientenechosequenzen FLASH2D und EPI. |
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Um das Gehirn selektiv in bestimmten Arealen zu aktivieren, kommen
motorische (z.B. Fingertippen), visuelle (z.B. Lichtblitze,
Schachbrettmuster), auditive (z.B. Sinustöne), somatosensorische (z.B.
periphere elektrische Stimulation) Paradigmen sowie das gesamte
neuropsychologische Paradigmeninventar zur Anwendung, welches jedoch
speziell auf MR-Umgebung implementiert werden muß, was unter Umständen
erhebliche Schwierigkeiten bereiten kann, da alle metallischen Materialien
ausgeschlossen werden müssen. Die funktionellen Daten werden in einem ersten
Nachverarbeitungsschritt bewegungskorrigiert und anschließend mit Hilfe
mathmatisch-statistischer Verfahren ausgewertet, wobei durch
Schwellwertbildung das Aktivitätsniveau festgelegt werden kann, um das
Rauschen im funktionellen MR-Bild möglichst zu eliminieren. Für die
funktionelle anatomische Auswertung eignet sich besonders das
Koordinatensystem von Talairach. |
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Klinische Anwendungen findet das FMRI vor allem in der präoperativen
Diagnostik vor chirurgischen Eingriffen bei Patienten mit
therapierefraktärer Epilepsie zur Bestimmung der sprachdominanten Hemisphäre
als Ersatz für den Wada-Test, im präoperativen funktionellen Mapping
corticaler Funktionen vor neurochirurgischen Eingriffen zur Bestimmung von
Resektionsgrenzen, um schwerwiegende postoperative funktionelle Ausfälle zu
verhindern, als Ersatz für ein zeitaufwendiges intraoperatives
elektrophysiologisches Mapping, in der Verlaufs- und Therapiekontrolle von
Schlaganfall- und Tumorpatienten oder von Patienten mit Schädel-Hirn-Trauma
in Rehabilitation, in der Diagnostik extrapyramidal-motorischer Erkrankungen
oder als zusätzliches Diagnosekriterium bei bestimmten psychiatrischen
Erkrankungen wie Schizophrenie und endogene Depression. Anwendungen zur Zeit
in der physiologischen Grundlagenforschung sind Hirnödemtherapie und
Neurorehabilitation. |
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Die funktionelle Magnetresonanztomographie (FMRI) zeichnet sich gegenüber
funktionellen Gehirnuntersuchungen mit der Positronenemmissionstomographie
(PET) oder der Single Photon Emmissionscomputertomographie (SPECT) durch
Nichtinvasivität und fehlende Strahlenbelastung sowie durch eine wesentlich
bessere räumliche (Millimeterbereich) und zeitliche Auflösung
(Sekundenbereich) aus, erreicht allerdings nicht die zeitliche Auflösung der
Elektroencephalographie (EEG) und der Magnetencephalographie (MEG), die bei
diesen Verfahren im Millisekundenbereich liegt. |
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Die immer besseren Hardwaremöglichkeiten und die Entwicklung neuer Sequenzen
und Datenauswerteverfahren werden die funktionelle
Magnetresonanztomographie in Zukunft zu einer echten Alternative zu
herkömmlichen funktionellen Gehirnuntersuchungen werden lassen, und bei
verschiedenen neurologischen und präoperativen neurochirurgischen
Fragestellungen das diagnostische Spektrum erweitern. Vielfältige
Anwendungen ergeben sich weiters in der physilogischen Grundlagenforschung. |

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